radrennbahn_kaarst_1Die Vorfreude und Spannung war groß, nachdem wir im letzten Winter erstmalig auf der unendlich lange Bretterpiste, der Radrennbahn in Kaarst-Büttgen unterwegs waren.

Zuerst muss man sich aber an die Bahnräder gewöhnen. Hier fehlt alles was man auf der Straße oder im Gelände benötigt: Schaltung, Bremsen und der geliebte Freilauf. Aber irgendwie geht es irgendwann mal voran und die ersten Runden im Innern des Ovals erzeugen das bekannte Gefühl. Jetzt am besten noch nicht an das Anhalten denken, denn die nächste Herausforderung liegt rechts von einem. Die Fahrbahn.

Die 13° Fahrbahnneigung auf den Geraden sind geschenkt, aber die Kurvenüberhöhung von 47,8° sieht von unten bedrohlich aus. Es kostet einiges an Überwindung die gewohnte Waagrechte zu verlassen und über den blauen Streifen - die sogenannte Côte d’Azur - auf die eigentliche Bahn zu fahren. Die ersten Runden sind dann so wackelig, wie damals als Vati oder Mutti einen am Sattel festgehalten haben. Aber dann geht der Spaß los.

Die Geschwindigkeit wird dein Freund und du beginnst die Kurven zu lieben. Bei 40km/h wird man in den Kurven sogar etwas in die Bahn gedrückt. Mit dem Speed steigt der Mut und oberhalb der blauen „Steherlinie“ zu fahren ist das nächste Ziel. Man spielt mit der Physik, bis man an die Grenzen der eigenen Physis kommt. Auch auf der Bahn kostet schnelles fahren Körner.

Zum Glück war im Innenraum ein Kuchenbuffet aufgebaut und beim warmen Kaffee bekommt man den Puls wieder herunter. Aber dann zieht sie einen wieder an, die Bahn, die Kurve…
Man kann Bahnfahren mögen oder auch nicht, aber als Radfahrer muss man mindestens einmal auf der Bahn unterwegs gewesen sein. Für den RSC Essen-Kettwig steht jedenfalls fest: Im nächsten Winter wird es wieder einen Ausflug an die Côte d’Azur geben.