Gut gelaunt traf ich Monika am Hauptbahnhof Essen. Die Wettervorhersage war blendend – nun, wenn Engel reisen ...

Der Zug kam pünktlich und das Abteil war nur mit zwei Rädern und Besitzern belegt.

Verabredungsgemäß stiegen in Mülheim Brigitte M., Silvia und Heidi H. Ein. In Duisburg kam dann noch Eli und in Düsseldorf-Flughafen Barbara. In Hennef angekommen, kam auch Brigitte S. dazu.

Jetzt hieß es erst einmal einen Kaffee nach der Anstrengung.

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Dann machten wir uns entlang der Sieg auf den Weg. Anfangs noch auf Asphalt dann wurden die Wege rauer. Und schon gab es die erste Panne. Im Hinterrad von Monika hatte sich ein Reißnagel bequem gemacht. Nun, jetzt konnten wir beweisen, dass wir es können. Tja, leider hatte Monika als einzige Autoventile und die dazugehörige Pumpe gab nicht wirklich alles. Nun ja, oft dauert es ein wenig länger – aber Eli hatte einen Adapter – prima. Es dauert manchmal ein wenig länger – hatten wir schon. Aber Mädels halten auch das aus!! Nach einigem Hin und Her entschied Barbara, Monika einen anderen Schlauch (mit Sclaverantventil) zu geben. Jetzt ging es ganz schnell :-)

Nun konnten wir wieder Gas geben – kurz vor Siegen lud uns ein Biergarten zum Rasten ein.

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Leider gab es hier nur Getränke, da die Küche erst ab 16 Uhr geöffnet wurde. Stell sich einer das mal vor – Wochenende und dann erst ab 16 Uhr – und das bei den Temperaturen!!

Die Zeit lief uns ein wenig davon. In Kirchen gab es dann keinen Track mehr – Susanne hatte da was verpeilt :-Aber auch das halten die Mädels aus !! Kurz vor 17 Uhr ging es dann in den Anstieg zur Jugendherberge. Rauf bei 20% - doch das Abendessen war wirklich gut und deshalb war alles bald Geschichte.

Am Abend gab es dann noch ein Rockkonzert auf der Burg – Augen zu und zuhören war angesagt. Manche können ja damit einschlafen ... Egal das gibt es nicht oft.

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Der nächste Tag lockte mit Sonnenschein und los ging es zurück nach Kirchen. Schön schattig ging es auf einer asphaltierten Bahntrasse Richtung Freudenberg. Die Temperaturen gingen zusammen mit dem Track stetig bergauf. Die Stimmung war sehr gut – wahrscheinlich deshalb, weil es keine Panne mehr gab.

Ein Problem stellte sich vor: Die Landschaft ist so traumhaft einsam, dass es kaum Gaststätten gab. Wir schwärmten aus und suchten und warteten und suchten und am Ende fanden wir. Unter einer alten Linde saßen wir bald bei leckeren Broten und einem redseligem Gastwirt. Hier lernten wir einiges übers Siegerland – auch, dass ein belegtes Brot auf Platt Dong heißt.

Bei der Bestellung mussten wir auch folgende Frage beantworten: "Wollt Ihr Eier aufs Brot? Wie wollt Ihr die Eier? Ganz oder kaputtt? Mit Hahenstich oder ohne?“ Wir kamen aus dem Lachen kaum noch raus. Diese Pause war sehr kurzweilig. Der Weg nach Bad Laasphe führte uns dann Richtung Rothaargebirge mit knackigen Anstiegen. Wir wussten, es kommen noch Höhenmeter. Aber immer, wenn es bergauf geht, muss es auch wieder runter gehen. In Bad Laasphe gab es erst einmal kühlende Eisbecher für Alle – wir hatten ja Urlaub!! Unser Hotel hatte Hanglage mit ehemaligem Lahnblick :-) Egal, hier gab es BBQ für 16€ zusätzlich und wieder hieß es Essen fassen, denn wir hatten noch was vor!!

Diese Nacht war still und angenehm kühl – herrlich!! Das Frühstück lud zum Verweilen ein – aber wir hatten ja das Rothaargebirge gebucht. Unser Weg führte uns wieder zurück in Richtung Siegquelle. Wir rasteten und tankten unsere Flaschen mit frischem Quellwasser auf – herrlich!!

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Der kommende Abschnitt war fast der Schönste auf unserer Tour. Wir besuchten die Ederquelle und fuhren entlang der jungen Eder durch einen Traum von einem Tal. Der Weg war zwar schotterlastig aber einsam. Genau wie im Januar!! Die Bachüberquerung kostete keine Nerven – im Januar war das noch dramatischer !! Aber lustig wars. Ein kleines Cafe lud uns in Erndtebrück zum Pausieren ein. Hier gab es "Granderwasser" für Biker - wirklich nett. Das belebte Wasser half aber leider nichts wirklich bei dem kommenden Schotter-Anstieg ab Aue/Wingeshausen. Schlimm waren auch die Fliegen und Bremsen, die hier auf uns warteten. Aber auch dass halten die Mädels aus!!

In Schmallenberg pausierten wir noch einmal in einem Eiscafe – die Hitze machte mich fertig. Schmallenberg und 32° - ich dachte nicht, dass es hier so heiß werden kann.

Zum Glück war der Weg zum Gasthof nicht mehr weit. Die Hitze war hier sehr extrem, sogar im Gasthof. Die Zimmer überhitzt - wir auch – aber das halten Mädels aus. Die Nacht war tropisch und der Morgen überraschte mit Wolken. Mir wars recht.

Anfangs rollten wir schön entspannt auf dem Sauerlandring Richtung Eslohe. Richtung Sundern wurde es wieder sehr warm. Und die Anstiege waren knackig. Aber wenn es rauf geht, muss es ja wieder runter gehen. Am Sorpesee kühlten wir uns an einem Wasserspender ab. Kurze Zeit später saßen wir schon wieder in einem Eiscafe – wohl gemerkt drinnen – draußen glühte die Sonne mit Gewitterdrohung. Uns machte das gar nichts. Kurz vor Menden bekamen wir doch noch Angst. Wir konnten die Wolken und den Donner schon hören und sehen. Kurzentschlossen rollten wir auf der Straße weiter. Unser Track hätte uns schön über die Felder und mitten hinein ins Gewitter geführt. Am Ende erreichten wir das Hotel an der Ruhrbrücke trocken. Die Zimmer waren wieder kühl und unser Schlaf erhohlsam.

Am nächsten Morgen rollten wir auf bekanntem Terrain weiter Richtung Essen . Die Wolken kündeten Regen an. Aber wir sind ja nicht aus Zucker. Kurz hinter Wetter erwischte uns dann ein kleiner Schauer. Kurz untergestellt und abgewartet; ein Vorteil wenn Zeit kein Problem ist. Richtung Muttenberg trafen wir auf einen Ruhrtalradwegranger!! Er empfahl uns einen kleinen Stopp am Ufer bei "netten Leuten", den wir auch annahmen. Der Imbiss hatte alles – von Cafe und Kuchen bis Currywurst und Flammkuchen – empfehlenswert. Auch, weil die Betreiber mit Hartz IV Leistungsempfängern arbeiteten. Die Menschen waren sehr aufmerksam und freundlich - eine Stimmung wie bei "Muttern". Die Wolken drohten und so rollten wir wieder. In Essen-Steele beendeten wir schließlich unsere Etappenfahrt bei einem Eis.